Grundlagen zur Solar Invest Förderung

Am 01.04.2022 startete die Förderung der Thüringer Aufbaubank (TAB) in Ihre letzte Runde. Da es einen begrenzten Fördertopf und eine große Nachfrage gibt, empfehle ich Ihnen den Antrag so schnell wie möglich im Portal der TAB einzureichen. Für PV-Anlagen bis 10 kWp ist dies leicht zu erledigen.

Sie benötigen dafür nur wenige technische Daten, deren Berechnung ich Ihnen weiter unten erläutere. Alle weiteren Angaben im Antrag sind persönlicher Natur.

Bevor Sie die Förderung beantragen können, benötigen Sie einen Zugang zum Portal der TAB. Sie können sich hier im Portal registrieren:
https://ecohesion.aufbaubank.de/

(links unter dem Punkt Anmeldung „Registrierung eines neuen Nutzers“)

Der eigentliche Antrag wird ab 01.04.2022 in diesem Portal ausgefüllt. Für dieses existiert auch ein Erklärvideo auf der Seite der Aufbaubank:

Solar Invest – Förderung des Einsatzes von erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmebereich – Thüringer Aufbaubank

Neben Ihren persönlichen Daten (Antragsteller, Grundstückseigentümer, Flurstück, …) benötigen Sie für die Beantragung der Förderung die Größe der förderfähigen PV-Anlagen. Die grundsätzliche Förderbedingung ist, dass die PV-Anlage weniger Strom erzeugt, als Sie verbrauchen. Ihr Verbrauch ist also die Grundlage der Berechnung. Grundsätzlich wird der Durchschnitt der letzten 3 Jahre herangezogen. Sollten dafür keine Werte zur Verfügung stehen, kann man sich am Bundesdurchschnitt orientieren, siehe folgende Tabelle:

Personen im HaushaltDurchschnittlicher Stromverbrauch
1 Personca. 1.500 kWh / Jahr
2 Personenca. 2.500 kWh / Jahr
3 Personenca. 3.500 kWh / Jahr
4 Personenca. 4.250 kWh / Jahr

Falls Sie zusätzliche Verbraucher planen, können Sie diese ebenfalls mit angeben. Der prognostizierte Verbrauch sollte im Detail erläutert werden. Folgende Szenarien sind z.B. denkbar.

1. Anschaffung eAuto:

Ich beabsichtige im Förderzeitraum ein eAuto anzuschaffen. Dieses wird bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 km und einen Verbrauch von 20 kWh/100km zu ca. 2.000 kWh Mehrverbauch pro Jahr führen.

2. Umstellung Heizung

Ich beabsichte im Förderzeitraum meine Ölheizung gegen eine Luft-Wärmepumpe tauschen zu lassen. Aktuell verbrauche ich im Jahr ca. 2.500 l Heizöl, was einer Energiemenge von ca. 25.000 kWh entspricht. Bei einer angestrebten Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 entspricht dies einem Mehrverbrauch von ca. 7.100 kWh Strom.

3. Solare Warmwasser Unterstützung mit Heizstab

Ich beabsichte im Förderzeitraum eine solare Warmwasser Bereitung mittels Heizstab unter Nutzung von überschüssiger Energie umzusetzen. Im Haushalt wohnen 4 Personen, was bei durchschnittlichen Verbrauch von 2,5 kWh Warmwasser/Person&Tag zu einem Bedarf von 10 kWh/Tag führt. Ich rechne an 250 Tagen mit nutzbaren Überschuss, und komme so auf einen Mehrverbrauch von 2.500 kWh.

Wichtig bei der Angabe weiterer Verbraucher ist, dass diese auch im Förderzeitraum angeschafft werden, da dies beim Abruf der Förderung nachgewiesen werden muss. Letztlich gibt es ab einer Anlagengröße von 5 kWp immer die selbe Förderung in Höhe von 4.000 €, sodass man sich hier auch keine Verbraucher aus den Haaren ziehen muss.

Die förderfähige Anlagengröße muss im nachhinein nicht der umgesetzten Anlagengröße entsprechen, dies bestätigt auch Herr Bohnet von TAB in seinem oben erwähnten Video. Man kann also eine größere Anlagen errichten als durch die Förderbedingungen berechnet.

Beispielrechnung zur Ermittlung der Werte für den Antrag

Kommen wir zuerst zur Ermittlung der Größe der förderfähigen Anlage. Wie gesagt ist die Grundlage die Summe des Verbrauchs. Als Bsp. nehme ich eine 3 köpfige Familie mit geplanter solarer Warmwasser Erzeugung.

Verbrauch Haushalt: 3.500 kWh

Warmwasser aus PV-Überschuss: 3 x 2,5 kWh x 250 Tage = 1.875 kWh

Summe Verbrauch: 5.375 kWh

Jetzt benötigen wir den Ertrag der geplanten PV-Anlage auf dem speziellen Dach. Grob kann man für eine Südseite von ca. 1000 kWh/kWp ausgehen, und bei einer Ost- oder Westseite von 750 kWh/kWp. Sind Sie sich diesbzgl. unsicher, finden Sie mittels des Thüringer Solarrechners einen Wert für Ihr Dach:

https://www.solarrechner-thueringen.de

Dort einfach über Ihre Adresse Ihr Hausdach suchen, und dann die Wirtschaftlichkeitsberechnung starten. Das Programm belegt automatisch Ihr Dach, und nach mehrmaligen „weiter“ drücken, erhält man einen Wert für den Ertrag pro kWp. Der Rechner ist auch sonst interessant und aufschlussreich, fürs Erste reicht uns aber der prognostizierte Ertrag pro kWp.

Nehmen wir für das Bsp. an, dass dieser 917 kWh/kWp beträgt. Nun berechnen wir über diesen die Anlagengröße:

P_max = Verbrauch / Ertrag = 5.375 kWh / 917 kWh/kWp = 5,86 kWp

Da die Fördervoraussetzung besagt, dass die PV-Anlage weniger Strom erzeugen soll als man verbraucht, runde ich leicht ab auf:

geplante Leistung der Photovoltaikanlage: 5,8 kWp

Bei der Fördersumme wird immer ab x,5 aufgerundet, dies sollte man an der Stelle im Hinterkopf behalten.

Über den Ertrag zurück gerechnet, bekommen wir den nächsten Wert für den Antrag:

prognostizierter Jahresertrag der Photovoltaikanlage:

5,8 kWp x 917 kWh/kWp = 5318,6 kWh

Als nächstes brauchen wir die Speichergröße der geplanten Anlage. Ich empfehle an der Stelle einen Wert zwischen 5 und 10 kWh. Beim im Bsp. gegebenen Verbrauch im Haushalt von 3.500 kWh sollte ein 5 kWh Speicher ausreichen, letztlich kommt es aber sehr auf das Verbrauchsverhalten an. Da der Wert bei der Förderung einer neuen PV-Anlage mit Speicher keinen Ausschlag auf die Förderhöhe hat, ist er auch nicht so wichtig bei der Beantragung.

Speicherkapazität (Nennkapazität) Batteriespeicher: 5 kWh

Jetzt folgen im Antrag noch zwei Fragen bzgl. der geplanten PV-Anlage und des Speichers, welche beide mit „Ja“ beantwortet werden.

Als letztes benötigen Sie noch eine grobe Kostenschätzung für den Antrag. Diese Preise verstehen sich als erste grobe Abschätzung inkl. Mehrwertsteuer. Ich empfehle privaten Verbrauchern immer die Anlage ohne Vorsteuerabzug zu betreiben.

PV-Anlagengrößebrutto Preis pro kWp
bis 3 kWp2.100 € / kWp
3 – 5 kWp1.850 € / kWp
5 – 7 kWp1.700 € / kWp
7 – 9 kWp1.600 € / kWp
9 – 10 kWp1.500 € / kWp
Speichergrößebrutto Preis
5 kWh6.000 €
7,5 kWh7.750 €
10 kWh9.500 €
12,5 kWh11.250 €

Beim gegeben Bsp. erhält man also:

Gesamtausgaben des Vorhabens:

5,8 kWp x 1.700 € / kWp + 6.000 € = 15.860 €

weitere Unterlagen

Damit haben Sie alle Werte für die Beantragung zusammen. Zum Antrag hinzu benötigen Sie noch folgende weitere Dokumente:

Lassen Sie sich bei der De-minimis-Erklärung nicht aus dem Konzept bringen, tragen Sie einfach Ihren Namen als Unternehmen ein, und füllen Sie die Tabelle mit etwaigen De-minimis-Förderungen des laufenden und der letzten 2 Jahre aus. Sollten Sie solche erhalten haben (z.B. Bafa, KfW), dann sollten Sie auch einen entsprechenden Bescheid bekommen haben.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne auch telefonisch zur Verfügung, bitte beachten Sie aber, dass es momentan zu einer sehr starken Nachfrage kommt, sodass ich wahrscheinlich nicht jedes Telefonat annehmen kann.